Ehrenpräsident
 

 

Prof. Wolfgang Gönnenwein

GProf. Helmut Calgéer †

1922 in Hindenburg/Oberschlesien geboren, machte Helmut Calgéer nach vier Jahren Kriegseinsatz als Kampffliegerpilot zunächst sein Lehrerexamen an der Pädagogischen Hochschule Weilburg/Lahn und studierte anschließend Schulmusik an der Musikhoch-schule Trossingen und Germanistik an der Universität Tübingen. Dort gründete er 1951 das Kulturreferat beim Allgemeinen Studentenausschuss (ASTA), das 1971 in das „Kulturreferat der Universität Tübingen“ umbenannt wurde. Nach 50 Jahren und über 4000 musikalischen Veranstaltungen in Tübingen und im Kloster Bebenhausen übergab Helmut Calgéer die Leitung des Kulturreferats an Gudni A. Emilsson, der heute auch sein Nachfolger in der „Arbeitsgemeinschaft Studentenorchester in Baden-Württemberg“ ist.

1955 kam Helmut Calgéer als Assessor für Musik und Deutsch an das Tübinger Kepler-Gymnasium und gründete dort gleichzeitig die Tübinger Musikschule, deren Leitung er über 50 Jahre innehatte.

Seine vielen internationalen Kontakte veranlassten ihn 1957, das Tübinger Kammerorchester zu gründen, um die freundschaftlichen Beziehungen zu ausländischen Universitäten und Kulturellen Jugendorganisationen im gegenseitigen Austausch zu pflegen und zu vertiefen. So hat das Orchester in den vergangenen fünf Jahr-zehnten eine große Anzahl ausländischer Ensembles nach Tübingen eingeladen und selbst seit seiner Gründung im Auftrag und mit Unterstützung durch das Auswärtige Amt, durch den Deutschen Musikrat, das Goethe-Institut und das Land Baden-Württemberg in über 60 Konzertreisen rund 94 Länder in allen fünf Erdteilen besucht und dort konzertiert und Workshops mit einheimischen Ensembles durchgeführt. Oft waren bedeutende Ereignisse der Anlass für diese Konzert-reisen: Eucharistischer Weltkongress in Bogota/ Kolumbien, Olympiade in Mexiko, Staatsbesuche deutscher Bundespräsidenten in afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Ländern. Viele berühmte Künstler wie Maurice André, Nathan Milstein, Mstislaw Rostropowitsch traten als Solisten mit dem Tübinger Kammerorchester auf.

Bereits 1971 war Helmut Calgéer maßgeblich an der Gründung der Vorgängerorganisation des Landesmusikrats Baden-Württemberg beteiligt, der „Landesarbeitsgemeinschaft Musikerziehung und Musikpflege“. Nach der Gründung des Landesmusikrats 1978 stand Calgéer dem Dachverband zunächst als Vizepräsident und ab 1992 als Präsident vor. 2005 wählte ihn die Mitgliederversammlung zum Ehrenpräsidenten und er erhielt dabei zu seinen zahlreichen Ehrungen und Orden die „Große Staufermedaille in Gold“. Helmut Calgéer ist Ehrenmitglied im Deutschen Musikrat und wurde anlässlich seines 85. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt Tübingen ernannt.

Helmut Calgéer verstarb im April 2010.